Raumplanung

Wir analysieren Raumplanung als politischen Prozess, der regelt, wie Boden durch verschiedene Akteure genutzt werden kann. Dabei wird Boden als Ressource verstanden, die Güter und Dienstleistungen für verschiedene Gruppen von Nutzenden zur Verfügung stellt. Dies führt zu Nutzungskonflikten. Wir sehen Raumentwicklung als Ergebnis von Interaktionen und Verhandlungen zwischen dem öffentlichen Sektor und privaten Akteuren (wie Investoren und Bodeneigentümern). Die Planungspolitik (verankert im öffentlichen Recht) spielt eine wichtige Rolle bei der Wahrung des öffentlichen Interesses. Entscheidend sind jedoch auch die Eigentumsrechte (verankert im Privatrecht), welche die Rechte der Grundeigentümer schützen. Akteure bewegen sich innerhalb dieses Rechtsrahmens, um sich Zugang zur Ressource Boden zu sichern. Die Machtverteilung zwischen den Akteuren erklärt die grundlegenden Unterschiede zwischen den planungspolitischen Zielen und der tatsächlichen räumlichen Entwicklung.

Debrunner, G., Hengstermann, A., & Gerber, J.-D. (2020). The business of densification: Distribution of power, wealth and inequality in swiss policy making. Town Planning Review, 91(3), 259–281. https://doi.org/10.3828/tpr.2020.15

Gerber, J.-D. (2020). Active land policy for the provision of affordable housing. In K. Hofstetter, M. Miessgang, K. Pluch, R. Scheuvens, & C. Wolfgring (Eds.), Neues soziales Wohnen - Positionen zur IBA_Wien 2022 (pp. 58–62). Berlin: Jovis Verlag.

Debrunner, G., Hengstermann, A., & Gerber, J. (2020). Die Wohnungsfrage ist eine Bodenfrage - Bodenpolitische Instrumente zur Sicherstellung des preisgünstigen Wohnraums im Bestand in Schweizer Städten. In B. Schönig & L. Vollmer (Eds.), Wohnungsfragen ohne Ende?! Ressourcen für eine soziale Wohnraumversorgung. Bielefeld: Transcript Verlag. https://doi.org/10.14361/9783839445082

 

Governing densification – The impact of performance-based planning on qualitative urban densification (GoverDENSE)

Dauer Januar 2020 - Dezember 2024
Finanzierung SNF (Schweizerischer Nationalfonds)
Beschreibung Die Verdichtung der Bausubstanz – in der Schweiz «Siedlungsentwicklung nach Innen» genannt – ist ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Bodennutzung. Wie alle soziopolitischen Prozesse bringt die Verdichtung jedoch Gewinner, aber auch Verlierer hervor. In bereits bebautem Siedlungsgebiet findet Planung mit dem Ziel, zu verdichten, in einem engen Netz bestehender Rechte und Pflichten, einschliesslich der Eigentumsrechte, statt. Das Projekt analysiert den komplexen institutionellen Kontext, in dem die Verdichtung umgesetzt wird, und untersucht, wie die Planung von Verdichtungsprojekten die städtische Qualität für alle, einschliesslich schwächeren Gruppen, erhalten kann. Die Forschung vergleicht die funktionalen Regionen Bern in der Schweiz und Utrecht in den Niederlanden. Sie umfasst sowohl qualitative Forschung, die sich auf die Rekonstruktion von acht "Verdichtungsgeschichten" konzentriert, als auch einen quantitativen Teil, der eine GIS-basierte Analyse von Verdichtungsprozessen und -mustern durchführt.
Involvierte Personen Jean-David Gerber, Deniz Ay, Josje Bouwmeester, Vera Götze, Jessica Verheij
Outputs Projektbuch, Acht Verdichtungsgeschichten, GIS-Analyse von Verdichtungsmustern (laufende Arbeiten)
Webseite

 

Public Value Capture of Increasing Property Values

Dauer 2018 - 2023 
Finanzierung European Cooperation in Science and Technology (COST), unterstützt durch das EU Rahmenprogramm Horizon 2020
Beschreibung Ziel dieses COST-Projekts ist die Bereitstellung und Entwicklung eines gemeinsamen europaweiten Rahmens innovativer Instrumente für die Mehrwertabgabe zur Optimierung der Verteilung von Entwicklungskosten und -nutzen. Zwar existiert eine umfangreiche Datenbank, jedoch weist diese grosse Datenlücken und widersprüchliche Daten auf. Angesichts der Komplexität der Mehrwertabschöpfung als Planungsinstrument und der unterschiedlichen Klassifizierungen in den europäischen Ländern stützt sich diese Vergleichsstudie auf ein Netzwerk von Ländervertretungen, um eine gemeinsame Terminologie und Klassifizierung zu finden. Das Projekt soll zu einem europaweiten Netzwerk von Experten für den Wissensaustausch und zur Verbreitung der öffentlichen Mehrwertabgabe als Instrument bei politischen Entscheidungsträgern und der allgemeinen Öffentlichkeit führen.
Involvierte Personen Andreas Hengstermann
Webseite https://www.cost.eu/actions/CA17125/

 

Instruments of Land Policy - Dealing with Scarcity of Land (publication project). The role of land policy strategies in the implementation of spatial planning

Dauer

Februar 2016 bis Februar 2018

Finanzierung Finanziert durch Forschungsgruppe
Beschreibung Der Sammelband “Instruments of Land Policy – Dealing with Scarcity of Land” diskutiert bodenpolitische Instrumente aus verschiedenen Ländern. Der Hauptbeitrag des Buches besteht darin, dass in jedem Kapitel ein Instrument analysiert und zusätzlich aus der Perspektive von zwei anderen Ländern diskutiert wird. Das Buch trägt dadurch zu international vergleichenden Planungsstudien bei.
Involvierte Personen

Jean-David Gerber; Thomas Hartmann, Universität Dortmund; Andreas Hengstermann

Output

Gerber, J.-D., Hengstermann, A., & Hartmann, T. (2018). Instruments of land policy. In Routledge. https://doi.org/10.4324/9781315511658-3

 

Die Rolle von bodenpolitischen Strategien auf die Umsetzung der Raumplanung

Dauer

Dezember 2012 – April 2018

Finanzierung Finanziert durch Forschungsgruppe
Beschreibung Dieses Forschungsprojekt untersucht den Einfluss von bodenpolitischen Strategien auf die Umsetzung der Raumplanung. Wie wirken sich bodenpolitische Strategien auf die Umsetzungspraxis in den Gemeinden aus? Die Fragestellung wird anhand planungsrechtlicher Instrumente (bspw. SNP, Bauverpflichtung) untersucht, die einen weitreichenden Einfluss auf das Bodeneigentum haben und daher von besonderer bodenpolitischer Bedeutung sind. Um Erkenntnisse über die Strategien von öffentlichen Akteuren in vielfältigen Kontexten zu erlangen und ggf. Handlungsempfehlungen erarbeiten zu können, ist das Forschungsprojekt komparativ angelegt und untersucht standartisierte Planungsprojekte in verschiedenen Kantonen und Gemeinden.
Involvierte Personen Andreas Hengstermann (Doktorarbeit)
Output

Hengstermann, Andreas. (2019). Von der passiven Bodennutzungsplanung zur aktiven Bodenpolitik - Die Wirksamkeit von bodenpolitischen Instrumenten anhand von Lebensmittel-Discountern. 10.1007/978-3-658-27614-0.

 

The land use strategies of local authorities in the aftermath of new public management. Impacts on spatial development and sustainability

Dauer

2011 - 2013

Finanzierung SNF (Schweizerischer Nationalfonds)
Beschreibung Das Projekt befasst sich mit den Strategien der Schweizer Gemeinden zur Gestaltung ihrer räumlichen Entwicklung in einem Kontext, in dem die öffentliche Hand unter Druck steht, ihre Kosteneffizienz zu erhöhen. Das Projekt analysierte, wie die lokalen Behörden verschiedene privat- und öffentlich-rechtliche Instrumente zur Ergänzung von Planungsinstrumenten (verbindliche Rahmenpläne, nicht verbindliche Masterpläne, Zonenpläne, private Pläne) einsetzen. Die Forschung positionierte sich innerhalb der kritischen Literatur zu New Public Management (NPM) und griff auf neue Trends in der politischen Ökologie zurück, um Debatten über die Bedeutung von Eigentumsrechten wiederzubeleben.
Involvierte Personen Jean-David Gerber, Hanna Jäggi

 

Zweitwohnungspolitik – Ein DACH-Vergleich

Zweitwohnungspolitik
Dauer Januar - September 2019
Finanzierung

Projektpool der Mittelbauvereinigung Universität Bern (MVUB)

Beschreibung

Zweitwohnungen können aus vielerlei Hinsicht problematisch sein. Aus planerischgeographischer Perspektive steht im Vordergrund, dass knappes Bauland für Bauten verschwendet wird, welche nur sehr spärlich genutzt werden. Um der Nachfrage nach Bauland (bspw. Wohnraum für Einheimische) dennoch nachzukommen muss dann die Bauzone unnötig erweitert werden, was mit finanziellen (Infrastruktur) und ökologischen (Kulturlandverlust, Landschaftsverschandelung) Folgen verbunden ist. Nach eidgenössischem Planungsrecht ist dies zudem in vielen Fällen nicht zulässig (überdimensionierte Bauzone, Zersiedelung), sodass Zweitwohnungen auch zu massiven Bauland- und Immobilienpreissteigerungen führen können. In der Schweiz ist daher unbestritten, dass Zweitwohnungen durch öffentliche Politik reguliert werden müssen. Auf lokaler Ebene gibt es daher schon lange vielfältige Lösungsansätze. Seit 2012 gilt zudem eine verfassungsrechtliche Deckelung des Zweitwohnungsanteils auf max. 20%.

Aus akademischer Perspektive mangelt es jedoch an a) einer Übersicht über diese vielfältigen Ansätze und b) einer Abschätzung der tatsächlichen Wirksamkeit. Die Zweitwohnungsproblematik tritt gleichermassen auch in anderen geographischen Räumen auf, wie den österreichischen Alpen oder den deutschen Nordseeküsten - und auch dort werden politische und rechtliche Lösungsansätze verfolgt. Daher ist c) ein internationaler Vergleich ebenfalls naheliegend.

Involvierte Personen
  • Andreas Hengstermann, Universität Bern, Schweiz (Projektleitung)
  • Astrid Maurer, TU Dortmund, Deutschland
  • Arthur Schindelegger, TU Wien, Österreich
Output

Internationaler, akademischer Workshop im September in Bern

 

Bodenpolitische Impulse für effektives Flächenmanagement

Dauer Januar - August 2019
Finanzierung

Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) 

Beschreibung

Sondierungsworkshop für einen Internationalen ARL-Arbeitskreis zum Thema «Bodenpolitische Impulse für effektives Flächenmanagement»

Involvierte Personen
  • Thomas Hartmann, Wageningen University, Netherlands
  • Andreas Hengstermann, Universität Bern, Schweiz
Output

Internationaler Workshop im August in Mannheim

 

Planungssysteme in den OECD-Ländern – Faktenblatt der Schweiz

Dauer Januar 2016 - August 2016
Finanzierung

Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) 

Beschreibung

Jean-David Gerber hat mit der OECD für den Bericht Land-use Planning Systems in the OECDzusammengearbeitet. Seine Mitarbeit hat zum Faktenblatt über das Planungssystem in der Schweiz geführt. Der Bericht gibt einen Überblick über die verschiedenen Planungssysteme der OECD-Länder. Jedes der 32 Faktenblätter hält die Zuständigkeiten der unterschiedlichen Planungsebenen in Bezug auf Bodennutzungen fest und beschreibt die unterschiedlichen Typen der Raumplanung und deren Merkmale. Zusätzlich hat die OECD den Bericht The Governance of Land Use in OECD Countries: Policy Analysis and Recommendations, welcher neben den Politikanalysen auch Handlungsempfelungen enthält, publiziert.

Involvierte Personen
  • Prof. Jean-David Gerber (verantwortlich), Universität Bern
  • Andreas Hengstermann (beratend), Universität Bern
Output

Beitrag in der OECD-Reihe Governance of Land Use 

 

10th Annual Conference of the International Academic Association on Planning, Law, and Property Rights (PLPR) in Bern

Dauer

Organisation: Dezember 2014 bis Mai 2016

Konferenzdurchführung: 15. - 19. Februar 2016

Finanzierung
Beschreibung

Die International Academic Association on Planning, Law, and Property Rights (PLPR) hat ihre 10. Jahreskonferenz 2016 in Bern abgehalten.