Aktuell

31. August 2026

Ausschnitt aus Webseite

SUI-2 gewinnt mit Unterstützung von GIUB und ETH-Meteorologen die Gordon-Bennett-Weltmeisterschaft 2026 im Gasballonfahren

Am vergangenen Wochenende unterstützte ein Team um Dr. Killian Brennan, Postdoc in der Gruppe Cloud Dynamics, das Command Center der Gasballon-Piloten von SUI-2 beim Gordon Bennett-Rennen 2026.

In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern an der ETH arbeitete Brennans Team Tag und Nacht und unterstützte die Ballonfahrer mit strategischer Beratung, meteorologischen Analysen und Trajektorienberechnungen. Diese trugen dazu bei, eine erfolgreiche Ausreisser-Route über die Ostsee zu wählen. Alle anderen Gas Ballone navigierten weiter östlich durch die Suwałki-Lücke.

Uns Atmosphärendynamiker bot Gordon Bennett eine spannende Gelegenheit, unsere Werkzeuge und unser Trajektorien-Denken unter anspruchsvollen realen Bedingungen einzusetzen. Brennan und seine Kollegen aus der Atmosphärendynamik Gruppe der ETH Zürich konnten dabei das neue Tool «NETwork optimizer for BAllooning Trajectories (NETBAT)» testen. Die von Brennan entwickelte NETBAT Software optimiert Ballon Flugrouten und wurde von Nina Fieldhouse während ihres Praktikums am GIUB anhand früherer Gordon-Bennett-Rennen evaluiert. NETBAT nutzt frei verfügbare IFS-Ensembledaten des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF). Hervorragende Arbeit haben zusätzlich die NETBAT Forecasters im Command Center geleistet: Franco Lee (ETH), Martin Aregger (Uni Bern), und Quentin Nicolas (ETH).

Das diesjährige Gordon-Bennett-Abenteuer hat uns auch einmal mehr gezeigt, dass solche Erfolge nur durch enge Teamarbeit möglich werden, durch das Zusammenbringen unterschiedlicher Persönlichkeiten, Fachkenntnisse, Perspektiven und Ressourcen.

Herzliche Gratulation an die mutigen SUI-2-Piloten Balthasar Wicki und René Erni, an ihr Command Center und an die Verfolgungscrew, die dieses spannende und eindrückliche Abenteuer ermöglicht haben.

Neugierig auf die Flugroute von SUI-2 und das Rennen? Hier geht es zur Karte:

10. September 2026

Graphik Jetstream

Stärkerer Jetstream

Eine 300 Jahre zurückreichende, tägliche Rekonstruktion des atlantisch-europäischen Jetstreams, der zu extremen Wetterereignissen in Europa führen kann, erlaubt eine bessere Einschätzung von Schwankungen und Veränderungen des Jets, wie beispielsweise die aktuelle Verstärkung

27. September 2026

Nachruf auf Prof. em. Dr. Dr. h.c. Hans Hurni

Institut für Geographie (GIUB) Universität Bern, Schweiz
Mitbegründer des Zentrums für Entwicklung und Umwelt (CDE)

Hans Hurni

Hans Hurni verstarb am 27. September 2026 im Alter von 75 Jahren. Sein Tod hat in der Geographie und in nationalen und internationalen Kreisen der entwicklungs- und nachhaltigkeitsorientierten Forschung und Praxis Bestürzung ausgelöst. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Praktiker und Praktikerinnen sowie lokale Gemeinschaften aus aller Welt haben ihre Dankbarkeit für sein Werk und sein Wirken ausgedrückt.

“Hans’ immense knowledge, unwavering commitment, and passion for sustainability, natural resources, and the well-being of communities were genuinely inspiring.”

“Through his scholarship, leadership, and mentorship, Hans touched the lives of many and left an enduring mark.”

Hans Hurni studierte Geographie in Bern und schloss 1975 sein Studium ab. Anschliessend erwarb er das Lehramt (1978), promovierte (1980) und habilitierte (1991). In diesen Jahren war sein Lebensmittelpunkt aber nicht Bern, sondern Äthiopien, wo er nach seinem ersten Studienabschluss über zehn Jahre lebte, arbeitete und forschte. Dort legte er den Grundstein für seine Forschungsausrichtung und sein Entwicklungsengagement. Während seiner Arbeit im Simien-Mountains-Nationalpark kristallisierten sich zwei Themen heraus, die seine Karriere prägten: das Spannungsfeld zwischen Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen, sowie die Anliegen von Bergregionen und deren Bevölkerung.

“Hans had the rare ability to combine intellectual rigor with deep empathy and practical wisdom.”

Sein enger Kontakt mit den lokalen Lebensrealitäten, unter anderem auch während der schweren Hungersnot von 1984, stärkten in ihm die Überzeugung, dass Entwicklungsforschung immer auch die Verbindung zur Entwicklungspraxis herstellen und sich dabei für mehr Gerechtigkeit innerhalb und zwischen Generationen einsetzen muss. Der Einsatz für konkrete Nachhaltigkeit wurde damit zu einem zentralen Leitmotiv, lange bevor der Begriff die internationale Bühne betrat. Seine Fähigkeit, Visionen in die Praxis umzusetzen, führte zu einem langfristigen nationalen Monitoring- und Umsetzungsprogramm zur Bodenkonservierung in Äthiopien, dessen Einfluss und Wirkung bis heute andauern. Mit seinem Engagement in der World Association of Soil and Water Conservation und seiner Tätigkeit als deren Präsident brachte er sein Anliegen zum Ausdruck, die verschiedenen Ebenen der Nachhaltigkeitsbemühungen – von der lokalen bis zur globalen Ebene – miteinander zu verknüpfen.

“Hans was far more than a director and pioneering scholar; he was a true friend, a guiding light, and a mentor.”

Ende der 1980er Jahre gründete Hans Hurni am Geographischen Institut der Universität Bern (GIUB) eine Forschungsgruppe, aus der später die Abteilung Centre for Development and Environment (CDE) des Instituts und 2010 das universitäre Zentrum gleichen Namens hervorging. Für Hans Hurni und das interdisziplinäre Team des CDE war Forschung nie Selbstzweck. Vielmehr orientierte sie sich an deren Entwicklungsrelevanz und beachtete stets dass der Bezug zwischen konkreten Lebenskontexten und globalen Ansprüchen nicht abbrach.  Diese integrative Haltung in Verbindung mit starken persönlichen und institutionellen Partnerschaften ebnete den Weg für die Lancierung langfristiger Forschungs-, Umsetzungs- und Beratungsprogrammen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Die Programme erforderten eine breit angelegte Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen, zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden, sowie zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Mit seinen aussergewöhnlichen persönlichen Fähigkeiten, seiner hohen wissenschaftlichen und methodischen Kompetenz und seiner strategischen Weitsicht förderte und ermöglichte Hans Hurni diese Zusammenarbeit.

“What a good person, what a leader and an educator, a face of friendship and kindness.”

Diese Arbeit gipfelte im schweizerischen Nationalen Forschungsschwerpunkt Nord-Süd (NCCR North-South), der führende Schweizer Forschungseinrichtungen im Bereich der Entwicklungsforschung zusammenbrachte und mit zahlreichen Institutionen in neun Regionen aus 42 Ländern auf vier Kontinenten zusammenarbeitete. Unter der umsichtigen Leitung von Hans Hurni führten die 15 Jahre des NCCR North-South zu bedeutenden Forschungsresultaten und vielen konkreten Ergebnissen in der Entwicklungspraxis, in der Ausbildung und Nachwuchsförderung sowie in institutionellen Strukturen. Darüber hinaus förderten sie auch inter- und transdisziplinäre Methodenentwicklung und unterstrichen die Bedeutung echter kontextübergreifender Forschungspartnerschaften.

“Hans was truly a kind and great mentor for all of us in breaking our own silos to other disciplines.”

“To this day, I rarely give a lecture without drawing upon the invaluable resources and expertise of Hans.”

Hans Hurni verfasste über 200 wissenschaftliche Publikationen. Einige davon sind bis heute in der Nachhaltigkeitsforschung wegweisend und repräsentieren zusammengenommen einen integrativen und engagierten Ansatz in der Geografie und in der Entwicklungsforschung. Sein vielleicht wichtigstes Vermächtnis sind jedoch die unzähligen Menschen und Institutionen, die unter seiner Leitung oder an seiner Seite entscheidende Fortschritte auf dem Weg zu einer gerechteren und nachhaltigeren Welt erzielt haben. Dazu gehören Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende aller Stufen, Entwicklungsexpertinnen, Techniker, lokale Gemeinschaften, Bäuerinnen und Bauern, Entscheidungsträger und auch Institutionen. Nachdem er 2016 emeritiert wurde, gab Hans Hurni Führungsansprüche und Einflussnahme bewusst auf, zog sich in sein Elternhaus im Simmental zurück und widmete sich seiner jungen Familie.

“Let’s celebrate his extraordinary life dedicated to science, knowledge, and people he cared so deeply about.”

“Now, more than ever, his reflections and contributions are very much needed.”

Als Kollege und Freund bin ich stolz und dankbar, dass ich mit Hans Hurni einen grossen Teil dieses Weges gemeinsam gehen durfte.

Urs Wiesmann
Zitate von Partnern aus Afrika, Asien und Lateinamerika

Hans Hurni und zwei Begleiter sitzen auf einer Bank in einem bescheidenen Haus in Äthiopien und essen

21. Oktober 2026

Referat: «The LSA SAF: Monitoring the Planet’s Surface from Space»

Isabel Trigo (Universität Lissabon)
Kolloquium der Gruppen Klimafolgenforschung, Fernerkundung, Erdbeobachtung und Modellierung und Klimatologie
(14.15 – 15.15 Uhr, Raum 124, Uni Mittelstrasse, Mittelstrasse 43 oder Zoom Raum: Link)

27. Oktober 2026

Uneven Geographies of Resilience and COVID-19: Comparing the agritourism economies of Austria and Thailand

Leonard Kwhang-Gil Lemke, Universität Passau, Deutschland
Berner Humangeographisches Kolloquium BHK
(14.15 Uhr, Seminarraum 324, Uni Mittelstrasse, Mittelstrasse 43)

Organisiert von den Units:
Sozial- und Kulturgeographie / Wirtschaftsgeographie /
Kritische Nachhaltigkeitsforschung /
Politische Stadtforschung und nachhaltige Raumentwicklung /
Geographien von Katastrophen
in Zusammenarbeit mit dem mLAB des Geographischen Instituts

27. Oktober 2026

Naturrisiken in der Schweiz im Klimawandel – Herausforderungen und Lösungsansätze aus dem Mobiliar Lab für Naturrisiken

Dr. Matthias Röthlisberger, Schweizerische Mobiliar Versicherung
Geographische Gesellschaft Bern
Vortragsreihe «Naturgefahren»
(18.15 – 19.30 Uhr, Hörsaal 001, GIUB)
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Gesamtes Vortragsprogramm 2026/2027 (PDF, 1.0 MB)

6. November

Einladung Swiss Chapter GeoForum

Am Mittwoch, 18. November 2026 findet das diesjährige Swiss Chapter GeoForum statt, unsere etablierte Technologie- und Networking-Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Kund:innen und Partner:innen. Gerne möchten wir Studierende ab dem 3. Semester auf diesen Anlass aufmerksam machen.

Im Programm sind die wichtigsten Informationen aufgeführt.

Anmeldungen können ab sofort auf folgender Webseite vorgenommen werden: Anmeldung GeoForum 2026 Anmeldeschluss ist der 6. November

 

Programm (PDF, 128KB)