Vorträge

Vortragsprogramm 2026/2027

Naturgefahren

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Studierende des Geographischen Instituts der Universität Bern

Schlussveranstaltung Exkursion Blatten

22. September 2026, 18.15 – 19.30 Uhr, Grosser Hörsaal 001, GIUB

Vom 6. bis 8. Juli fand eine Veranstaltung der Geographischen Gesellschaft zu Blatten statt. Die Veranstaltung setzte sich mit ganz unterschiedlichen Themen auseinander, von der Geologie des Aare-Massivs bis zu Bewältigungsstratregien und der Rolle der Kultur. Die Studierende schrieben dazu jeweils kurze Texte. Am 22. September halten wir Rückblick auf die Veranstaltung und präsentieren die Arbeit der Studierenden. 
 

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Dr. Jinat Hossain, Geographisches Institut der Universität Bern

Decolonizing Adaptation in Everyday Practice: Critical Insights and Lessons from Bangladesh

29. September 2026, 18.15 – 19.30 Uhr, Grosser Hörsaal 001, GIUB

Climate justice has become a central concern in both academic and policy debates, drawing attention to the disproportionate impacts of climate change on communities in the Global South despite their minimal contributions to global greenhouse gas emissions. While adaptation is widely promoted as an essential response to climate change, it is often assumed to be inherently beneficial. This talk challenges that assumption by arguing that adaptation itself can produce new forms of inequality, creating complex social-ecological trade-off s that deepen existing injustices.

Drawing on eight years of participatory and feminist research in the coastal regions of southern Bangladesh, I present three core arguments in my talk: First, I explain how adaptation interventions reshape livelihoods, ecosystems, and social relations, often generating unintended consequences and uneven outcomes. Second, I present how local communities navigate these trade-off s through everyday practices, collective action, and locally grounded forms of knowledge. By elaborating these, I reveal adaptation as a contested and negotiated process rather than a purely technical solution.

Finally, I argue that Bangladesh should not be understood merely as a site of climate vulnerability but as a source of critical knowledge for rethinking adaptation globally. By centering the experiences and expertise of communities on the frontlines of climate change, my arguments demonstrate how decolonizing adaptation requires reversing dominant fl ows of knowledge – from South to North. At a time when countries such as Switzerland are increasingly confronted with recurring heatwaves, fl oods, and other climate-related extremes, Bangladesh off ers critical lessons for developing more just, relational, and socially grounded approaches to climate adaptation.

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Studierende des Geographischen Instituts der Universität Bern

Südtirol / Schweiz

13. Oktober 2026, 18.15 – 19.30 Uhr, Grosser Hörsaal 001, GIUB

Dieses Jahr führten Feldkurse des Geographischen Instituts Studierende in die Alpen. Der Feldkurs Wirtschaftsgeographie beschäftigte sich mit dem Südtirol als Regionales Innovationstal. Der zweite Feldkurs beschäftige sich mit Klimafolgen und Trockenheit in der Schweiz. Studierende aus den beiden Kursen werden an diesem Abend berichten, gefolgt von einem Apero.

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Dr. Matthias Röthlisberger, Schweizerische Mobiliar Versicherung

Naturrisiken in der Schweiz im Klimawandel – Herausforderungen und Lösungsansätze aus dem Mobiliar Lab für Naturrisiken

27. Oktober 2026, 18.15 – 19.30 Uhr, Grosser Hörsaal 001, GIUB

Naturrisiken in der Schweiz sind im Wandel – mit gravierenden Konsequenzen auch für die Versicherungsbranche. Im Vortrag wird aufgezeigt, wie die Mobiliar mit dieser Herausforderung umgeht und durch ihre genossenschaftlichen Engagements wie dem Mobiliar Lab für Naturrisiken zur Resilienz der Schweiz beiträgt. Konkrete Beispiele zu Hochwasserrisiken aus dem Mobiliar Lab für Naturrisiken zeigen auf, wie durch «praxisbezogene Umsetzung» von Naturgefahrenwissenschaft gesellschaftliche Resilienz gegenüber Naturgefahren gefördert wird.

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Prof. Dr. David Bresch, ETH Zürich / MeteoSchweiz

Die neuen Klimaszenarien der Schweiz – Aufruf zum Klimaschutz und Handlungshilfe zur Anpassung an den Klimawandel

10. November 2026, 18.15 – 19.30 Uhr, Grosser Hörsaal 001, GIUB

Die neuen Klimaszenarien CH2025 bilden die aktuellste wissenschaftliche Grundlage zum Klimawandel in der Schweiz. Sie zeigen klar, dass sich Temperaturanstieg, Hitzebelastung, Starkniederschläge, sommerliche Trockenheit sowie der Rückgang von Schnee und Gletschern bei anhaltenden Emissionen weiter verstärken werden. Die Szenarien, erarbeitet im Rahmen des National Centre for Climate Services (NCCS), stellen diese Entwicklungen regional diff erenziert dar und machen die Auswirkungen unterschiedlicher Emissionspfade transparent. Die vom Netzwerk Anpassung an den Klimawandel des BAFU publizierte Handlungshilfe übersetzt diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine praxisnahe Entscheidungsgrundlage für Politik, Verwaltung und weitere Akteure im Hinblick auf die Umsetzung wirksamer Anpassungsmassnahmen. Der Vortrag stellt die Klimaszenarien und die Handlungshilfe anhand konkreter Beispiele vor.

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Daniel Bürki, KWO und Prof. em. Dr. Rolf Weingartner, GIUB

Naturgefahren und Klimawandel im Grimselgebiet: Monitoring, Beurteilung und Auswirkungen auf die Wasserkraftnutzung

24. November 2026, 18.15 – 19.30 Uhr, Grosser Hörsaal 001, GIUB

Das Grimselgebiet ist der bedeutendste Wasserressourcen- und Energieraum des Kantons Bern – und zugleich ein hochalpiner Raum im Wandel. Gletscherrückgang, tauender Permafrost, eine steigende Nullgradgrenze und intensivere Starkniederschläge prägen diese Veränderungen. Die Folge ist eine Verschärfung der Naturgefahrensituation, insbesondere durch Hochwasser, Geschiebetransport, Murgänge sowie Fels- und Bergstürze. Der Vortrag zeigt, wie die KWO mit diesen Entwicklungen und den damit verbundenen Risiken für Menschen, Stauanlagen und kritische Infrastrukturen umgeht.

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Prof. Dr. Flavio Anselmetti, Institut für Geologie und Oeschger Centre for Climate Change Research, Universität Bern

Tsunamis in der Schweiz? Eine unterschätzte Gefahr!

8. Dezember 2026, 18.15 – 19.30 Uhr, Grosser Hörsaal 001, GIUB

Auch wenn es zunächst unglaublich klingt: Schweizer Seen und deren Küsten werden regelmässig von Tsunamis betroffen. Zahlreiche historische Dokumente berichten von mehreren Meter hohen Wellen, die vorallem nach Erdbeben aufgetreten sind und auch zahlreiche Menschenleben forderten. So hat im Jahre 563 eine bis zu 15 m hohe Welle im Genfersee, oder im Jahre 1601 eine 5 m hohe Welle im Vierwaldstättersee zu grossen Verwüstungen und Todesopfern geführt.

Dieser Vortrag erläutert, wie und wo diese Wellen entstehen, und wie häufig sie stattfinden. Zudem wird darauf eingegangen, welche Schweizer Gewässer besonders gefährdet sind, wie man eine Gefahrenabschätzung macht, und ob die Gesellschaft Vorkehrungen gegen diese bedrohliche aber seltene Naturgefahr treffen muss.

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Dr. Wolfgang Fister, Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel

Staubstürme in Südafrika – Ursachen und Auswirkungen

5. Januar 2027, 18.15 – 19.30 Uhr, Grosser Hörsaal 001, GIUB

Staubstürme gehören zu den eindrücklichsten Naturphänomenen in ariden und semiariden Räumen. Doch welche klimatischen und edaphischen Einflussfaktoren treiben sie an, und weshalb reichen ihre Auswirkungen weit über die Quellgebiete hinaus? Das durch Deflation erodierte und transportierte Bodenmaterial beeinträchtigt nicht nur die lokalen Agrarökosysteme und die Infrastruktur, sondern stellt auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar. Über Telekonnektionen hat es zudem weitreichende Auswirkungen auf das globale Klimasystem und marine Stoffkreisläufe.

Am Beispiel Südafrikas beleuchtet der Vortrag die Ursachen, Prozessdynamiken und Folgen von Staubstürmen in landwirtschaftlich geprägten Trockenregionen. Neben den üblicherweise mit Staubstürmen assoziierten Wüstengebieten wurden diese ebenfalls als bedeutende Quellen atmosphärischen Staubs identifiziert. Die Erkenntnisse ermöglichen unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten somit eine fundierte Übertragbarkeit auf Trockengebiete weltweit. Auch wenn die exakte Entwicklung der Staubsturmhäufigkeiten noch mit Unsicherheiten behaftet ist, so deuten Indizien im komplexen Spannungsfeld zwischen globalem Klimawandel und regionalen Landnutzungsänderungen darauf hin, dass sich die Voraussetzungen für eine Zunahme der Staubaktivität künftig weiter verschärfen werden.

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Dörte Aller, Aller Risk Management, Zürich

Angemessene Sicherheit!? Wie kann das gelingen? Was brauchen wir dafür?

19. Januar 2027, 18.15 – 19.30 Uhr, Grosser Hörsaal 001, GIUB

Absoluten Schutz vor Naturgefahren gibt es nicht. Eine Empfehlung zur Bestimmung der angemessenen Sicherheit wurde von der ausserparlamentarischen Kommission für Naturgefahren (PLANAT) kürzlich herausgegeben. Die PLANAT fordert ein konsequentes integrales Risikomanagement (IRM) durch Risikodialog. Dies braucht in der Praxis ein Umdenken, neue Fragestellungen und Herangehensweisen sowie Mut. Beispiele aus der Praxis wie die Reise zum akzeptierten Risiko oder die neue probabilistische Gefahren- und Risikobeurteilung zeigen mögliche Wege auf.