Dr. Laura Perler

PostDoc

Sozial- und Kulturgeographie

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E-Mail
laura.perler@giub.unibe.ch
Büro
316
Postadresse
Universität Bern
Geographisches Institut
Sozial- und Kulturgeographie
Hallerstrasse 12
CH-3012 Bern

Ich habe meinen MA in Sozialanthropologie und Gender Studies an der Universität Bern absolviert. In meiner Dissertation an der Universität St. Gallen beschäftigte ich mich mit der transnationalen Eizellenspende und der Reprogenetik in Spanien. Seit 2018 bin ich an der Sozial- und Kulturgeographie Bern tätig und Teil der Koordinationsgruppe für das mLab. Ab Oktober 2021 beschäftige ich mich im Rahmen eines SNF Projektes mit reproduktiven Geopolitiken, dabei fokussiere ich hauptsächlich auf die reproduktiven Biographien von Frauen im schweizerischen Asylprozess.

Meine Forschungsinteressen umfassen (soziale und biologische) Reproduktion, Bioökonomien, feministische Technoscience, Migration, Sorgearbeit sowie allgemeine feministische und postkoloniale Theorien. Ich interessiere mich zudem für qualitative Methoden, im Speziellen für audiovisuelle Ansätze und teilnehmende Beobachtung. Mein regionaler Fokus liegt auf Spanien, Lateinamerika und der Schweiz.

Forschungsfelder

  • Feminist Technoscience und Geographien des Körpers
  • Medizinanthropologie/-geographie
  • Care und Reproduktion
  • Migration 
  • Intimität und Globalisierung
  • Multi-mediale Methoden
  • Affekte/Emotionen

Ausbildung

2021

PhD an der Universität St.Gallen. Titel der Dissertation: «Die Verheissung gesundes Kind. Eine Analyse der spanischen Eizellenspendeökonomie».

2016 - 2021 Doktorandin "Organisation und Kultur" an der Universität St.Gallen (doc.ch Stipendium)
2013-2015 MA Sozialanthropologie und Gender Studies, Universität Bern
2007-2011 BA Sozialanthropologie und öffentliches Recht, Universität Bern
2010-2011 Formation "global education GLEN-Géco" und Praktikum in Benin

Beruflicher Werdegang

Ab 2021

PostDoc im SNF Projekt “Reproductive Geopolitics: Governing and Contesting In/Fertility in the Global Intimate“

2018 - 2021 Freie wissenschaftliche Mitarbeiterin, Sozial- und Kulturgeographie, Universität Bern
2016 - 2021 Doktorandin, Universität St. Gallen
Seit 2016 Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Carolin Schurr
2014-2015 Tutorin am Institut für Sozialanthropologie, Universität Bern
2013-2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SNF Projekt NFP-67 "Informal Caregivers in Critical End of Life Situations", Sottas Formative Works, Freiburg
Seit 2012 Familienfrau, Carearbeit
2010-2011 Stellvertretungen in Primar- und Orientierungsschulen
2009 Interviewerin im Projekt "Ambulante Betreuung im Alter", Hochschule für Sozialarbeit Bern
2005-2010 Betreuung und Nachtwache, VHD Schmitten

 

 

 

2022

Komposch, Nora; Perler, Laura (2022). Book Review: "Mehr als Selbstbestimmung! Kämpfe für reproduktive Gerechtigkeit" by Kitchen Politics (Ed.).Widerspruch - Beiträge zu sozialistischer Politik, 78, S. 221-222. Rotpunktverlag

Perler, Laura, und Carolin Schurr. „Geographies of Assisted Reproduction: The Spanish Egg Donation Economy as a Global/Intimate Contact Zone“. Documents d’Anàlisi Geogràfica 68, Nr. 2 (18. Mai 2022): 313–33. https://doi.org/10.5565/rev/dag.725.

2021

Perler, Laura: Selektive assistierte Reproduktion. Gen-ethischer Informationsdienst (GID) (Nr. 259).

Sara Lafuente-Funes; Laura Perler. Book Review: Freezing Fertility: Oocyte Cryopreservation and the Gender Politics of Aging. Wiel, Lucy van de, New York: NYU Press, 2020, 344 pp. Medical Anthropology Quarterly. https://doi.org/10.1111/maq.12671

Perler, Laura: Das Reproduktionseldorado Spanien. Die Ökonomisierung der spanischen „Eizellspende“. Gen-ethischer Informationsdienst (GID) (Nr. 258). 

Perler, Laura und Veronika Siegl: Gerechtigkeit auf Kosten der Eizellenspenderinnen? Gastkommentar zur Fortpflanzungsmedizin. 28.3.2021 https://www.derbund.ch/gerechtigkeit-auf-kosten-der-eizellenspenderinnen-731611160182

Siegl, Veronika; Bigler, Christine; Büchler, Tina; Perler, Laura; Schurr, Carolin (2021). Transnationale Reproduktive Mobilität aus der Schweiz (Stellungnahmen und Gutachten zur Fortpflanzungsmedizin). Bern: Bundesamt für Gesundheit

2020

Perler, Laura and Schurr Carolin 2020: Intimate Lives in the Global Bioeconomy: Reproductive Biographies of Mexican Egg Donors. Body& Society. https://doi.org/10.1177/1357034X20936326

Molas Anna and Perler Laura 2020: Selecting women, taming bodies? Body ontologies in egg donation practices in Spain. Tapuya: Latin American Science, Technology and Society Special Issue. 

Podcast: Ein Gespräch über Feminismus mit Laura Perler. Podcast META, September 2020, Radio Freiburg https://www.radiofr.ch/freiburg/programm/meta-eine-gespraechssendung/feminismus.html

2018

Perler, Laura und Schurr Carolin 2018: Kinderwunschlinik. Buchbeitrag in "Räume der Kindheit. Ein Glossar". Jürgen Hasse und Verena Schreiber (Hrsg.).

2017

Perler, Laura and Rickli Francesca 2017: "From Harry Potter to Jesus - A transfigurative conference report." Published online on somatosphere and medizinethnologie.net. http://www.medizinethnologie.net/from-harry-potter-to-jesus-a-transfigurative-conferencereport/ und http://somatosphere.net/2017/05/from-harry-potter-to-jesus-a-transfigurative-conference-report.html

2015

Brügger Sarah, Perler Laura, Jaquier Adrienne, Sottas Beat 2015: "Dadurch, dass wir Mädchen sind, war die Erwartung von allen viel grösser." Geschlechtsspezifische Besonderheiten der informellen Pflege. Gender 2/15: 113-129.

Schurr, Carolin and Perler Laura 2015: Trafficked into a better future: Why Mexico needs to regulate it’s surrogacy industy (and not ban it). Published online on openDemocracy: https://www.opende mocracy.net/beyondslavery/carolin-schurr-laura-perler/trafficked-into-better-future-whymexico-needs-to-regulate

Sottas Beat, Perler Laura, Brügger Sarah 2013: Soziales und Seelsorgerisches im Vordergrund! Führung, Geld und Bildung: Was wollen Freiwillige in der Palliativversorgung wirklich? Praxis Palliative Care 20: 20f.

“Reproductive Geopolitics: Governing and Contesting In/Fertility in the Global Intimate”

Laufzeit 2021-2025
Finanzierung SNF project funding
Beschreibung

Das übergeordnete Ziel unseres Projekts ist es, zu verstehen, wie der ungleiche Zugang zu Reproduktionstechnologien die Bewertung bestimmter Körper und Leben widerspiegelt. Wessen Körper in Zukunft reproduziert werden, hängt davon ab, wer Zugang zu Reproduktionstechnologien hat. Darunter sind sowohl Low- als auch High-Tech-Technologien zu verstehen, die Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit, Empfängnis und Verhütung, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch sowie Geburt und Kindstötung betreffen. 

Während die Staaten in der Vergangenheit die Fertilität durch Gesundheitsregime, Familienplanungsprogramme und Eugenik kontrollierten, hat der stratifizierte Zugang zu Reproduktionstechnologien in der Gegenwart zu einem neuen Modus der reproduktiven Governance geführt. Das Forschungsfeld der reproduktiven Geopolitik, das wir in diesem Projekt entwickeln wollen, wird zeigen, wie der Zugang zu Reproduktionstechnologien geopolitisch wird, wenn Individuen, Staaten, internationale Organisationen, transnationale Unternehmen sowie religiöse und nichtstaatliche Organisationen definieren und bestreiten, wessen Körper als wünschenswert für die Reproduktion gelten und wessen Körper die Reproduktion verweigert oder eingeschränkt wird. 

In meinem Unterprojekt untersuche ich die Reproduktionsbiographien asylsuchender Frauen in der Schweiz vor dem Hintergrund aktueller Migrationsregime, populistischer Narrative über die bedrohte Schweizer Gemeinschaft, veränderter Gesetzgebung und Solidaritätsnetzwerke. Ich möchte analysieren, wie das multiskalare Asylsystem in der Schweiz und die daraus resultierenden raum-zeitlichen Unterbrechungen der Asylreisen von Frauen den Zugang von Frauen zu reproduktiven Technologien erschweren und wie Frauen den Zugang zu reproduktiver Gesundheit bestreiten.

 

 

Reproductive Precarities: The case of Swiss-Spanish egg-provision arrangements

Laufzeit 2016-2020
Finanzierung Doc.ch (SNF)
Beschreibung

In meinem Dissertationsprojekt untersuche ich die Praktiken einer transnational operierenden Fertilitätsklinik in Spanien. Die Eizellenspende wird darin verstanden als ein transnationaler Markt, welcher verschiedene Akteur*innen auf viszerale Art und Weise verbindet. In diesem Markt sind nicht nur ökonomische, medizinische und biologische Verbindungen wichtig, sondern auch spezifische Wertevorstellungen. Zu nennen ist hier die Wichtigkeit von Gesundheit, eng verbunden mit dem Konzept einer „freien Wahl“ für die Legitimierung/Delegitimierung gewisser Praktiken und Selektionsmechanismen. Diese Visionen und Vorstellungen sind so selbstverständlich, dass sie - weitgehend unsichtbar - die Praktiken im Feld der Reproduktionsmedizin steuern. In meiner Dissertation untersuche ich Gesundheit als bedeutsame Sociotechnical Imaginaries (Jasanoff and Kim 2015: Dreamscapes of Modernity. Sociotechnical Imaginaries And The Fabrication Of Power) im Bereich der Eizellenspende. Meine ethnographische Feldforschung zeigt auf, wie über diese Sociotechnical Imaginaries Zukunft, Geschichte und Gegenwart verlinkt werden, eine Normalisierung von medikalisierter Reproduktion passiert sowie Körper normiert werden. Das Aufzeigen von diversen Positionalitäten innerhalb der Klinik zeigt aber auch auf, inwiefern die Imaginaries entlang weiterer Differenzkategorien stratifiziert wirken. Im Sinne Jasanoff werden die spezifischen „topographies of power“ (Jasanoff and Kim 2015, 18) ersichtlich, welche den transnationalen Eizellenspendemarkt prägen.

Auswahl seit 2015

2021
„Die Verheissung ‘gesundes’ Kindes - Einblicke in die spanische Eizellenspendeökonomie“. Vortrag am Berner Humangeographisches Kolloquium. 16.3.2021.
“El imaginario del bebé sano: La producción del ‘futuro deseable’ en la economía española de la donación de óvulos”. Vortrag an der Jahreskonferenz der Zeitschrift DAG (Documents d’Anàlisi Geogràfica). Barcelona. 27.5.2021.
„Screening pasts for healthy futures – The Spanish Egg ‘donation’ industry and the Imaginary of the ‘healthy’ child“.  Beitrag am Workshop mit Alison Kafer: “Crip Time Again: Theorizing Disability Temporalities”.  Universität Bern, IZFG. 20.5.2021
2020
(Dis)entangling the global/intimate: The logics of care in reproductive biographies. LASA conference, Mai 2020, Guadalajara, Mexico.
Co-Organisatorin internationales BIOS-Netzwerktreffen “worlding bodies, situating technologies: geography meets feminist STS”. Juli 2020, Appenzell.
„Screening pasts for healthy futures – The Spanish Egg ‘donation’ industry and the Imaginary of the ‘healthy’ child“. Beitrag am Workshop “Temporalities of the Living”. Universität Lausanne. 4.12.2020
2019
Negotiating subjectivity in objectifying practices: Becoming an Egg donor in times of (economic) precarity”. XI AFIN International Conference, September 2019, Granada, Spanien
Organisation Workshop „Normierte Körper - Eine Begegnung von Künstler*innen und Wissenschaftler*innen“, Dezember 2019, Universität Bern
2018
Vortrag Sommerschule „Gender and Space“, Herbberg
"Reproductive Precarities: A 'rhizomatic' Dissertation: Researching Egg Donation Arrangements between Switzerland and Spain." MAYS Konferenz, FU Berlin (Medical Anthropology Young Scholars – Konferenz)
2017
(mit Carolin Schurr) "Biopolitische Transfigurationen in der mexikanischen Bioökonomie", Konferenz "Transfigurationen: Medizin macht Gesellschaft macht Medizin", Universität Basel.
Co-Organisatorin internationaler Workshop „Transcultural Bodies: Geographies of Embodiment“, University of St. Gallen
2015
Co-organizer international workshop „The ART of reproducing difference. Discussing (in) equality in the context of reproductive travel.“ Institut für Sozialanthropologie, Universität Bern (2015)

 

Vergangene Lehrveranstaltungen

FS 2021 Exkursion in der Stadt Bern «Recht auf Stadt»
HS 2020

Tutorium “Orte der Globalisierung”

HS 2017 Übung "Ökonomien der Schönheit: transkulturelle körperliche Ästhetik zwischen Vermarktung und Schönheitschirurgie" (mit Elisabeth Militz), Universität St. Gallen
HS 2014 Tutorium "Verwandtschaftsanthropologie" bei Prof. Sabine Strasser, Institut für Sozialanthropologie, Universität Bern