Bodenpolitik

Raumentwicklung ist das Ergebnis des Zusammenwirkens der öffentlichen Hand und den privaten Akteuren (insb. Investoren und Bodeneigentümern). Um die konkrete Raumentwicklung zu verstehen, ist es notwendig, die Aushandlungsprozesse dieser Akteure zu verstehen und dabei insbesondere die Machtpositionen zu analysieren. Hierbei spielen öffentliches Recht (insb. Planungsrecht) eine Rolle. Entscheidend sind jedoch auch die Eigentumsrechte (Privatrecht). Die Verteilung dieser Politikressourcen erklärt grundlegende Differenzen, die zwischen den planungspolitsichen Zielen und der tatsächlichen Raumentwicklung beobachtet werden können. Dieser Forschungsansatz wird unter den Begriff Bodenpolitik subsumiert. 

Eine genaue Definition des Begriffs sowie eine wissenschaftliche Herleitungen finden sich in der folgenden Publikation:

 

Ein vertiefter Überblick über bodenpolitische Strategien bietet der im Frühjahr 2018 herausgegebene Sammelband, der 13 bodenpolitische Instrumente in 19 Ländern analysiert und durch seine Struktur (Hauptkapitel plus jeweils Kommentare aus der Sicht von zwei anderen Ländern) die internationale Debatte darum aufzeigt und diskutiert. Link zum Verlag

 

Aktuelle Aktivitäten

Bodenpolitische Impulse für effektives Flächenmanagement
Dauer Januar - August 2019
Finanzierung Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL)
Beschreibung Sondierungsworkshop für einen Internationalen ARL-Arbeitskreis zum Thema «Bodenpolitische Impulse für effektives Flächenmanagement»
Involvierte Personen
Endprodukt Internationaler Workshop im August in Mannheim. Informationen folgen
Zweitwohnungspolitik – Ein DACH-Vergleich
Dauer Januar - September 2019
Finanzierung Projektpool der Mittelbauvereinigung Universität Bern (MVUB)
Beschreibung Zweitwohnungen können aus vielerlei Hinsicht problematisch sein. Aus planerischgeographischer Perspektive steht im Vordergrund, dass knappes Bauland für Bauten verschwendet wird, welche nur sehr spärlich genutzt werden. Um der Nachfrage nach Bauland (bspw. Wohnraum für Einheimische) dennoch nachzukommen muss dann die Bauzone unnötig erweitert werden, was mit finanziellen (Infrastruktur) und ökologischen (Kulturlandverlust, Landschaftsverschandelung) Folgen verbunden ist. Nach eidgenössischem Planungsrecht ist dies zudem in vielen Fällen nicht zulässig (überdimensionierte Bauzone, Zersiedelung), sodass Zweitwohnungen auch zu massiven Bauland- und Immobilienpreissteigerungen führen können. In der Schweiz ist daher unbestritten, dass Zweitwohnungen durch öffentliche Politik reguliert werden müssen. Auf lokaler Ebene gibt es daher schon lange vielfältige Lösungsansätze. Seit 2012 gilt zudem eine verfassungsrechtliche Deckelung des Zweitwohnungsanteils auf max. 20%.

Aus akademischer Perspektive mangelt es jedoch an a) einer Übersicht über diese vielfältigen Ansätze und b) einer Abschätzung der  tatsächlichen Wirksamkeit. Die Zweitwohnungsproblematik tritt gleichermassen auch in anderen geographischen Räumen auf, wie den österreichischen Alpen oder den deutschen Nordseeküsten - und auch dort werden politische und rechtliche Lösungsansätze verfolgt. Daher ist c) ein internationaler Vergleich ebenfalls naheliegend. 

Involvierte Personen
Endprodukt Internationaler, akademischer Workshop im September in Bern. Informationen folgen
CA17125 - Public Value Capture of Increasing Property Values
Dauer August 2018 bis August 2022
Finanzierung European Cooperation in Science and Technology (COST), supported by the EU Framework Programme Horizon 2020
Beschreibung The shortage of financial resources is a Europe-wide problem. Coming out of the economic and financial crisis, countries as well as municipalities have decreasing means to fulfil all their public commitments. For this reason, the main aim of this COST Action is the development of a common framework for value capturing and the provision of innovative tools for public value capture based on comparative analysis to optimize the allocation of development costs and benefits as well as to disencumber the public budget. While a considerable database exists, it nonetheless shows big gaps in the data and in some cases disagreement between sources of data. Because of the different terms of unearned increments and classifications of value capture it is not possible to compare different studies of several countries. This gives strength to the idea of approaching the European Union for a study based on a network of specialist country representatives to get a common terminology and classification. A very important result will be the implementation of a permanent Europe-wide network of land management experts to interchange the knowledge concerning public value capture and its dissemination to policy-makers and the general public. This network allows the improvement of existing tools by detailed discussions with experts of countries that have similar tools. On the other hand, thought-provoking impulses can be given by countries that have a totally different understanding of value capture. Participants from more than 20 countries are willing to work for the socio-economic breakthrough of public value capture.
Involvierte Personen
  • Andreas Hengstermann, Universität Bern, Schweiz
    als von der Schweiz entsandter COST Participant innerhalb des Management Committee
Link Website

Abgeschlossene Aktivitäten

Die Rolle von bodenpolitischen Strategien auf die Umsetzung der Raumplanung
Dauer Februar 2016 bis Februar 2018
Finanzierung eigenfinanziert
Beschreibung Zusammen mit Thomas Hartmann von der Universität Utrecht, arbeiten Jean-David Gerber und Andreas Hengstermann an einem Sammelband „Instruments of Land Policy - Dealing with Scarcity of Land“ (Instrumente der Bodenpolitik – Umgang mit Knappheit von Boden), der bei Routledge im Frühjahr 2018 erscheinen wirdDarin werden unterschiedliche bodenpolitische Instrumente diskutiert, wobei der Fokus auf die Effekte auf die Bodenknappheit gelegt wird.

Speziell an diesem Buch ist, dass jedes Instrument in einem Hauptbeitrag analysiert und  zusätzlich aus Sicht von zwei anderen Ländern kommentiert wird.

Involvierte Personen
Endprodukt Sammelband. Publiziert im Januar 2018. Link zum Verlag
Die Rolle von bodenpolitischen Strategien auf die Umsetzung der Raumplanung
Dauer 12/2012 - 04/2018
Finanzierung Eigenfinanziert
Beschreibung Dieses Forschungsprojekt untersucht den Einfluss von bodenpolitischen Strategien auf die Umsetzung der Raumplanung. Wie wirken sich bodenpolitische Strategien auf die Umsetzungspraxis in den Gemeinden aus? Die Fragestellung wird anhand planungsrechtlicher Instrumente (bspw. SNP, Bauverpflichtung) untersucht, die einen weitreichenden Einfluss auf das Bodeneigentum haben und daher von besonderer bodenpolitischer Bedeutung sind. Um Erkenntnisse über die Strategien von öffentlichen Akteuren in vielfältigen Kontexten zu erlangen und ggf. Handlungsempfehlungen erarbeiten zu können, ist das Forschungsprojekt komparativ angelegt und untersucht standartisierte Planungsprojekte in verschiedenen Kantonen und Gemeinden. 
Involvierte Personen
Endprodukt Dissertation (Abschluss 24. April 2018)
Planungssysteme in den OECD-Ländern – Faktenblatt der Schweiz
Dauer Januar 2016 - August 2016
Finanzierung Organisation for EconomicCo-operation and Development (OECD)
Beschreibung Jean-David Gerber hat mit der OECD für den Bericht Land-use Planning Systems in the OECD zusammengearbeitet. Seine Mitarbeit hat zum Faktenblatt über das Planungssystem in der Schweiz geführt. Der Bericht gibt einen Überblick über die verschiedenen  Planungssysteme der OECD-Länder. Jedes der 32 Faktenblätter hält die Zuständigkeiten der unterschiedlichen Planungsebenen im Bezug auf Bodennutzungen fest und beschreibt die unterschiedlichen Typen der Raumplanung und deren Merkmale. Zusätzlich hat die OECD den Bericht The Governance of Land Use in OECD Countries: Policy Analysis and Recommendations, welcher neben den Politikanalysen auch Handlungsempfelungen enthält, publiziert.
Involvierte Personen
Endprodukt Beitrag in der OECD-Reihe Governance of Land Use
 
10th Annual Conference of the International Academic Association on Planning, Law, and Property Rights (PLPR) in Bern
Dauer Organisation: Dezember 2014 bis Mai 2016

Konferenzdurchführung: 15. - 19. Februar 2016

Finanzierung
Beschreibung The International Academic Association on Planning, Law, and Property Rights (PLPR) has hold its 10th Annual Conference in 2016 in Bern.

It was a great conference with a lot of good discussions, speeches and meetings. 

We are looking forward to the next PLPR conference that will take place in Hong Kong in February 2017. 

Involvierte Personen  

Sientific Committee

Organizing Committee

PLPR ExCo

  • Ben Davy (president)

  • Richard Norton (vice-president)

  • Michael Kolocek (secretary-general)

  • Cygal Pellach (PhD coordinator)

  • Eran Kaplinski (appointed liason for North America)

  • John Sheehan (Pacific Rim representative)

  • Sony Pellissery (South-West Asia representative)

  • Kostas Lalenis (host of the 2015 Volos conference)

  • Jean-David Gerber & Andreas Hengstermann (hosts of the 2016 Bern conference)

More information about PLPR ExCo on PLPR Website.

Student Assistants

Jessica Biedermann, David Bumann, Stefan Häderli, Fabienne Herzog, Johannes Jud, Kevin Klopfenstein, Sarah Märki, Sybille Vogel, and Tamara Wüthrich.

Land ownership and spatial planning - The land use strategies of local autorities in the aftermath of New Public Management. Impacts on spatial development and sustainability
Dauer January 2011 - July 2013
Finanzierung SNSF (Swiss National Science Foundation)
Beschreibung This project focuses on the strategies followed by local authorities to shape their spatial development in a context where the public sector is under pressure to increase its cost-efficiency. It addresses a research gap in the study of spatial development in Switzerland by analyzing how local authorities use different instruments stemming from private law (public-private partnerships, non-monetary compensations, long-term leases, public property) or public law (land consolidation/reallocation, inciting instruments such as taxes and subsidies, use quotas, building obligation) to complement planning instruments (binding general plans, non-binding master plans, zoning, private plans).

The proposed research is broadly positioned within the critical literature on New Public Management that examines the impacts of the new managerial models on social, economic and environmental sustainability. It draws upon an emerging trend in critical geography (political ecology) to revive the debates on the importance of property rights to understand spatial development.

Involvierte Personen
  • Jean-David Gerber, University of Bern
  • Hanna Jäggi, University of Bern