Resource Governance und Commons

 

COMMONPATHS. Commonification: transition pathways for urban sustainability.

Dauer startet im März 2023
Finanzierung Finanziert durch Sinergia Fonds des SNF (Schweizerischer Nationalfonds)
Beschreibung

Der steigende Ressourcenverbrauch und die zunehmende Ungleichheit in städtischen Gebieten des globalen Nordens und Südens stellen dringende sozio-ökologische Probleme in Bezug auf die Nachhaltigkeit dar. COMMONPATHS konzentriert sich auf städtische Ressourcen, die als Commons verwaltet werden - in Ghana und in der Schweiz - und untersucht, wie die Kollektive, welche diese Ressourcen verwalten, dazu beitragen, die Herausforderungen des übermässigen Konsums und der Ungleichheit zu bewältigen. Das Projekt untersucht die Entstehung, Organisation, Auswirkungen und Erfolgsbedingungen von drei Prozessen zur Schaffung neuer Commons, die darauf abzielen, (1) Städte zu begrünen, (2) bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und (3) gemeinschaftliche Initiativen im Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu unterstützen. Durch den Fokus auf die Governance dieser drei Ressourcensysteme will COMMONPATHS die Bedingungen analysieren, unter denen diese Bewegungen wirksam zur starken Nachhaltigkeit beitragen. Mit einem inter- und transdisziplinären Ansatz will COMMONPATHS zeigen, dass selbsterklärte Kollektive zudem Formen sozioökonomischer Organisationen sein können, die sozial, ökologisch und ökonomisch akzeptable Formen von Postwachstum fördern.

Involvierte Personen (alphabetisch)
  • Prof. Martin Dallimer (Universität Leeds)
  • Prof. Akosua Darkwah (Universität Ghana)
  • Prof. Jean-David Gerber (Universität Bern)
  • Prof. Julien-François Gerber (Erasmus Universität Rotterdam)
  • Dr. Sandra Guinand (Ecole Supérieure de promotion immobilière (ESPI)
  • Carole Imhof (sanu durabilitas)
  • Dr. Stephanie Moser (Universität Bern)
  • Dr. Samuel Aniegye Ntewusu (Universität Ghana)
  • Prof. Christoph Oberlack (Universität Bern)
  • Prof. Miriam Tola (Universität Lausanne) 
Webseite https://commonpaths.unibe.ch/

 

The potential of collective tenure arrangements in agricultural investments (CoTenure)

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Dauer startet im Januar 2023
Finanzierung Finanziert durch SPIRIT Fonds des SNF (Schweizerischer Nationalfonds)
Beschreibung

Während die Vergabe von Landtiteln oft als zentrale Voraussetzung für die landwirtschaftliche Entwicklung beschrieben wird, führt sie zu Ausschluss und Ausgrenzung, was erhebliche Auswirkungen auf den geschlechtsspezifischen Zugang zu Land und den damit verbundenen Ressourcen hat. Dieses Projekt will einen Beitrag zur Debatte der investitionsbedingten Formalisierung von Landtiteln leisten, indem es sich auf alternative Formen von Besitzverhältnissen konzentriert, die eine kollektive Ressourcennutzung, Entscheidungsfindung und Verantwortung ermöglichen. Untersucht werden insbesondere formalisierte Arrangements von kollektivem Besitz (engl. formalized arrangements of collective tenure FACT). Sie bieten die Vorteile dreier Eigentumsformen – Privateigentum, Staatseigentum und traditionelle Eigentumstitel – und minimieren gleichzeitig deren negative Auswirkungen auf soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. In einem Mixed-Methods-Forschungsansatz werden vertiefte Fallstudien und fallübergreifende vergleichende Analysen kombiniert. Das Projekt wird zur Institutionalisierung von FACTs als praktischem Ansatz zur Sicherstellung einer Multi-Stakeholder-Landverwaltung beitragen. Zudem sollen dadurch anpassungsfähige und geschlechtersensible integrative Modelle gefördert werden, um das Ausmass von Landerwerb, geschlechterspezifischer Enteignung und Ausschlüssen zugunsten von integrativen, gemeinschaftsbasierten Alternativen für Kleinbauern in Ghana und darüber hinaus zu verringern.

Involvierte Personen (alphabetisch)
  • Dr. Timothy Adams (Universität Oxford)
  • Prof. Michèle Amacker (Universität Bern)
  • Gertrude Aputiik (Universität Ghana)
  • Belinda Banoenumah (Universität Ghana)
  • Prof. Akosua Darkwah (Universität Ghana)
  • Prof. Jean-David Gerber (Universität Bern)
  • Prof. Tobias Haller (Universität Bern)
Webseite https://cotenure.unibe.ch

 

CommonFood

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Dauer September 2021 – August 2025
Finanzierung Finanziert durch Forschungsgruppe
Beschreibung

Das derzeitige globalisierte Nahrungsmittelsystem funktioniert nach dem Prinzip des extraktiven Kapitalismus, was Ungleichheiten zwischen Regionen und Bevölkerungsgruppen sowie zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Wesen stetig verschärft. Dennoch haben sich gemeinschaftlich selbstorganisierte Formen der Bewertung, Verwaltung, des Teilens und Verkaufens von Lebensmitteln durchgesetzt und neue haben sich in den letzten Jahrzehnten herausgebildet: Sie verknüpfen die die Landwirtschaft mit anderen wirtschaftlichen und nichtwirtschaftlichen Aktivitäten, weisen den Erzeuger:innen und Verbraucher:innen Entscheidungsbefugnisse zu und stellen eine Beziehung zwischen Erzeuger:innen und Verbraucher:innen her. Dieses Projekt zielt darauf ab, solche Food Commons mit einer Kombination aus Neo-Institutionalismus und Politischer Ökologie besser zu verstehen. Anhand einer vergleichenden Fallstudie über verschiedene Marktstrategien von Food Commons in der Schweiz und in Peru untersucht dieses Forschungsprojekt, wie gemeinschaftlich selbstorganisierte Landwirt:innen das Spannungsverhältnis zwischen der monetären Bewertung von Lebensmitteln und den vielfältigen Beiträgen von Nahrungsmitteln und Landwirtschaft für Gesellschaft und Umwelt in Einklang bringen.

Involvierte Personen
  • Sarah Steinegger, Universität Bern
  • Jean-David Gerber, Universität Bern
  • Christoph Oberlack, Universität Bern
  • Sarah-Lan Mathez-Stiefel, Universität Bern

 

The impact of decentralization of land administration on smallholder farming, resource use and access in Ghana

Dauer

September 2018 – Januar 2022

Finanzierung Swiss Governance Excellence Award
Beschreibung

Ghana verfügt über ein duales Landrechtssystem, aber die Verbindung zwischen der Verwaltung von Landrechten, die durch Gewohnheitsrecht entstanden sind, und formellen Landtiteln ist schwach bis nicht vorhanden. Mit diesem Projekt soll die gängige Auffassung von Dezentralisierung, in Frage gestellt werden. Diese beschreibt, dass öffentliche Interventionen, auf der Ebene durchgeführt werden sollen, auf der sie am wirksamsten auf lokale oder regionale Herausforderungen eingehen können. Die übergreifende Hypothese dieses Projekts ist, dass die Dezentralisierung die Effizienz der öffentlichen Intervention verbessert, indem sie bestimmte Akteure - einflussreiche Häuptlinge auf Kosten anderer armer Landbesitzer - stärkt. Dies hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Verwaltung der natürlichen Ressourcen, da die Zugangsrechte zu Land neu geordnet werden. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Dezentralisierungsprozessen, lokalen Entscheidungsprozessen und den Auswirkungen auf die Nutzungs- und Zugangsrechte zu Land zu analysieren. Konkret geht es darum, eine Debatte über die Umstrukturierung des Staates mit Ressourcennutzungsmustern zu verbinden, die komplexen Verbindungen zwischen modernen staatlichen Institutionen und gewohnheitsrechtlicher Macht zu verstehen und diese umfassenden Prozesse der staatlichen Umstrukturierung mit Nachhaltigkeit und Umweltgerechtigkeit zu verbinden. Ansätze der neuen institutionellen und politischen Ökologie (New Institutional and Political Ecology, NIPE) werden eingesetzt, um die Auswirkungen von Veränderungen auf den Zugang zu und die Nutzung von Land und landbezogenen Ressourcen zu analysieren.

Involvierte Personen
  • James Natia Adam, Universität Bern (Doktorarbeit)
  • Jean-David Gerber, Universität Bern
  • Tobias Haller, Universität Bern (Institut für Sozialanthropologie)
  • Timothy Adams, Universität Bern

 

Large-scale land acquisitions and gender in Africa: The impact of institutional change and land investments on gender relations and food security

Dauer Oktober 2014 - September 2017
Finanzierung SNF (Schweizerischer Nationalfonds)
Beschreibung Die Diskussion um „Landgrabbing“ dreht sich um die Frage, ob solche Investitionen durch Agrarkonzerne die rurale Entwicklung fördern oder eher hemmen. Während involvierte Konzerne die Vorteile der Investitionen hervorheben, unterstreichen kritische Stimmen die Nachteile der Investitionen. Diese Nachteile beziehen sich auf den Verlust des Zugangs zu Land und Ressourcen sowie auf die Umweltschäden, die die Ernährungssicherung reduzieren. Dabei sind Landrechte in afrikanischen Kontexten von zentraler Bedeutung. Diese befinden sich in den Händen von Regierungen, wobei Nutzung sowie Zugang dezentral über männliche Eliten geregelt werden. Dies steht im Gegensatz zu lokal-definierten Zugangsformen, in denen Land und Ressourcen im Kollektiv verwaltet wurden und auch Frauen Zugänge über Verwandtschaftssysteme boten. Die neuen privatrechtlichen Grossinvestitionen in Land verändern diese Zugänge und beeinflussen die Sphären der Subsistenzproduktion und die Ernährungssicherung.

Das Projekt verfolgt das Ziel, in vier vergleichenden Fallstudien in Afrika (Marokko, Ghana, Tansania und Sambia) Grossinvestitionen auf ihre Rolle bei der Veränderung der Geschlechterbeziehungen und der Ernährungssicherung zu untersuchen. Mittels sozialanthropologischen und geographischen qualitativen Forschungsmethoden werden die Auswirkungen von Landinvestitionen auf die Geschlechterbeziehungen erforscht.

Das Projekt soll die Lücke in der Forschung von veränderten Landrechts- und Investitionsbedingungen in Afrika und die damit zusammenhängenden Geschlechterbeziehungen schliessen. Insbesondere fehlen Fallstudien, die lokale Sichtweisen der Geschlechter thematisieren. Ebenso fehlt der theoretische Einbezug des neoinstitutionellen Ansatzes, der die Ausgestaltung von Institutionen beim Zugang zu Ressourcen unter asymmetrischen Machtbeziehungen und legitimationsstiftende Ideologie thematisieren. Die Forschung verspricht vergleichende qualitative Ergebnisse für spätere quantitative Forschung.

Involvierte Personen
  • Jean-David Gerber, Universität Bern
  • Tobias Haller, Universität Bern (Institut für Sozialanthropologie)
  • Sonja Merten, Universität Basel (Swiss TPH)
  • Timothy Adams, Universität Bern
  • Désirée Gmür, Universität Bern (Institut für Sozialanthropologie)
  • Sarah Ryser, Universität Bern (Institut für Sozialanthropologie)

 

The effects of large-scale land acquisitions on households in rural communities of the Global South

Dauer Oktober 2013 - Dezember 2016
Finanzierung SNIS (Swiss Network for International Studies)
Beschreibung Mit diesem interdisziplinären Forschungsprojekt soll der Einfluss von Vertragslandwirtschaft auf das lokale Ernährungssystem und seine zentralen Elemente – also Produktion, Verarbeitung, Vertrieb und  Konsum – analysiert werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Geschlechterverhältnissen sowie Entscheidungsprozessen in Bezug auf die Nahrungssicherheit von Haushalten.
Involvierte Personen
  • Jean-David Gerber, Universität Bern
  • Stephane Rist, Universität Bern (CDE)
  • Michèle Amacker, Universität Bern (IZFG)
  • Peter Knoepfel, Universität Lausanne (IDHEAP)
  • Kristina Lanz, Universität Bern
  • Laura Tejada, Universität Bern (CDE)