Grossflächige Landnahmen

Large-scale land acquisitions and gender in Africa: The impact of institutional change and land investments on gender relations and food security

Die Diskussion um „Landgrabbing“ dreht sich um die Frage, ob solche Investitionen durch Agrarkonzerne die rurale Entwicklung fördern oder eher hemmen. Während involvierte Konzerne die Vorteile der Investitionen hervorheben, unterstreichen kritische Stimmen die Nachteile der Investitionen. Diese Nachteile beziehen sich auf den Verlust des Zugangs zu Land und Ressourcen sowie auf die Umweltschäden, die die Ernährungssicherung reduzieren. Dabei sind Landrechte in afrikanischen Kontexten von zentraler Bedeutung. Diese befinden sich in den Händen von Regierungen, wobei Nutzung sowie Zugang dezentral über männliche Eliten geregelt werden. Dies steht im Gegensatz zu lokal-definierten Zugangsformen, in denen Land und Ressourcen im Kollektiv verwaltet wurden und auch Frauen Zugänge über Verwandtschaftssysteme boten. Die neuen privatrechtlichen Grossinvestitionen in Land verändern diese Zugänge und beeinflussen die Sphären der Subsistenzproduktion und die Ernährungssicherung.

Das Projekt verfolgt das Ziel, in vier vergleichenden Fallstudien in Afrika (Marokko, Ghana, Tansania und Sambia) Grossinvestitionen auf ihre Rolle bei der Veränderung der Geschlechterbeziehungen und der Ernährungssicherung zu untersuchen. Mittels sozialanthropologischen und geographischen qualitativen Forschungsmethoden werden die Auswirkungen von Landinvestitionen auf die Geschlechterbeziehungen erforscht.

Das Projekt soll die Lücke in der Forschung von veränderten Landrechts- und Investitionsbedingungen in Afrika und die damit zusammenhängenden Geschlechterbeziehungen schliessen. Insbesondere fehlen Fallstudien, die lokale Sichtweisen der Geschlechter thematisieren. Ebenso fehlt der theoretische Einbezug des neoinstitutionellen Ansatzes, der die Ausgestaltung von Institutionen beim Zugang zu Ressourcen unter asymmetrischen Machtbeziehungen und legitimationsstiftende  Ideologie thematisieren. Die Forschung verspricht vergleichende qualitative Ergebnisse für spätere quantitative Forschung. 

Finanzierung

SNF (Schweizerischer Nationalfonds)

Dauer des Projekts

Oktober 2014 - September 2017

Involvierte ForscherInnen

  • Jean-David Gerber, Universität Bern
  • Tobias Haller, Universität Bern (Institut für Sozialanthropologie)
  • Sonja Merten, Universität Basel (Swiss TPH)
  • Timothy Adams, Universität Bern
  • Désirée Gmür, Universität Bern (Institut für Sozialanthropologie)
  • Sarah Ryser, Universität Bern (Institut für Sozialanthropologie)

The effects of large-scale land acquisitions on households in rural communities of the Global South

Bild von Ghana

Mit diesem interdisziplinären Forschungsprojekt soll der Einfluss von Vertragslandwirtschaft auf das lokale Ernährungssystem und seine zentralen Elemente – also Produktion, Verarbeitung, Vertrieb und  Konsum – analysiert werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Geschlechterverhältnissen sowie Entscheidungsprozessen in Bezug auf die Nahrungssicherheit von Haushalten.

Finanzierung

SNIS (Swiss Network for International Studies)

Dauer des Projekts

Oktober 2013 - Dezember 2016

Involvierte ForscherInnen

  • Jean-David Gerber, Universität Bern
  • Stephane Rist, Universität Bern (CDE)
  • Michèle Amacker, Universität Bern (IZFG)
  • Peter Knoepfel, Universität Lausanne (IDHEAP)
  • Kristina Lanz, Universität Bern
  • Laura Tejada, Universität Bern (CDE)