Forschungsprojekte Geomorphologie

Ausschnitt einer Intensitätskarte

Die Forschungsgruppe befasst sich mit den drei grossen Themenblöcken Geomorphologie, angewandte Naturgefahrenforschung und Risikoforschung.

Im Vordergrund stehen Untersuchungen aktueller geomorphologischer Prozesse und deren Wechselwirkungen auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen, sowie von dynamischem Prozessverhalten unter sich ändernden Umweltbedingungen. Ein Fokus liegt auf Prozesskaskaden, die sich aufgrund von Veränderungen in Hochgebirgsregionen über zahlreiche Kopplungen auf Prozesse im Talboden auswirken können.

In der angewandten Naturgefahren- und Risikoforschung entwickelt die Gruppe Methoden für Gefahren-, Schadenpotential- und Vulnerabilitätsanalysen und für quantitative Risikoanalysen. Ergänzt werden diese Studien durch Multi-Risiko-Analysen und der dynamischen räumlich-zeitlichen Risikoentwicklung. Die Erkenntnisse aus der geomorphologischen Prozessforschung sowie aus der angewandten Naturgefahren- und Risikoforschung bilden die Grundlage für verschiedene weitere Aspekte des Risikomanagements und der Risikokommunikation (z.B. mittels Risikokarten).

Ein zentraler Schwerpunkt der Forschungsgruppe ist darüber hinaus die intensive Auseinandersetzung mit komplexen Mensch-Umwelt-Beziehungen. Wesentliche Schritte hierfür sind die Übertragung der Ansätze der Komplexitätsforschung in die Geomorphologie sowie in die Naturgefahren- und Risikoforschung.

Im Forschungsfokus stehen folgende Themengebiete:

Aktuelle Projekte

Zur Förderung der Elementarschadenprävention (ESP) an Gebäuden kommen heute bei den kantonalen Gebäudeversicherungen (KGV) diverse Instrumente zum Einsatz. Wenn es Versicherungsnehmer unterlassen, zumutbare Massnahmen zur ESP umzusetzen, gibt es zum Schutz der Solidargemeinschaft auch die Möglichkeit, versicherungsrechtlichen Instrumente anzuwenden, um Schadenzahlungen im Ereignisfall zu reduzieren. Es fehlt bisher ein fundierter Überblick über den heutigen Nutzen, die mögliche Wirkung sowie die allfälligen Nachteile der verfügbaren Instrumente.

Im vorliegenden Projekt wird ein aktueller Überblick über die angewendeten ESP-Instrumente erarbeitet. Anhand von Schadendaten und Kenngrössen zur Exposition des versicherten Gebäude-Portfolios wird zudem geprüft, ob sich Unterschiede bei der ESP zwischen verschiedenen KGV statistisch nachweisen lassen.

Für ausgewählte KGV werden die wichtigsten Instrumente hinsichtlich ihrer Anwendung umfassend bewertet und das mögliche Optimierungspotenzial aufgezeigt. Daraus werden aus rechtlicher und gesellschaftlicher Sicht für alle KGV werden Empfehlungen im Sinne von „best practices“ abgeleitet hinsichtlich des Einsatzes von ESP- und versicherungsrechtlichen Instrumenten mit dem Ziel einer optimalen Balance zwischen Prävention und Schadendeckung. Weil mit steigenden Schäden die KGV zunehmend unter Druck sind, die Solidargemeinschaft vor den finanziellen Folgen von vermeidbaren Schäden zu schützen, wird dieser Aspekt vertieft untersucht.

Das Projekt wird im Rahmen der 9. Ausschreibung der Präventionsstiftung der Kantonalen Gebäudeversicherungen finanziert. www.praeventionsstiftung.ch

Die Gruppe für Geomorphologie, Naturgefahren-  und Risikoforschung bearbeitet das Projekt zusammen mit Ernst Basler + Partner AG Zollikon (Projektleitung) und Cornel Quinto Zürich (Rechtsexperte). Arbeitsschwerpunkte der uni Bern in dieser Gemeinschaft bilden die Datenaufbereitung und –Analyse zu Gebäude-Exposition und -Schäden, die Mitarbeit und Qualitätssicherung bei der Aufnahme der aktuell angewendeten ESP Instrumente sowie quantitative Aspekte bei der Nutzwertanalyse über verschiedene Instrumentenkombinationen.

Dauer: März 2016 – Dezember 2017

Beschädigtes Haus nach Murgangereignis

Finanzierung: SNF

Dauer: September 2015 - August 2018

Mitarbeitende: Keiler Margreth, Chow Candace

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Übersarungen / Überschwemmung
(Sources: Keystone/Alessandro della Valle, Aargau Department of Construction, Transport and the Environment)

Gesellschaften in Gebirgsregionen stehen im Kontext von Extremereignissen und damit verbundenen Katastrophen steigendem Risiko, Unsicherheiten und Krisen gegenüber. Ausserdem müssen sie sich gegen unsichere Situationen in der Gegenwart und der Zukunft behaupten. In Folge von Katastrophen sind Gesellschaften oder Regionen mit hohen ökonomischen und sozialen Schäden konfrontiert. Dadurch stellt sich die Frage warum kein Fortschritt in der Fähigkeit der Minderung von Folgen und der Anpassung an Naturgefahren erfolgt. Das integrative Cluster „Risk & Resilience“ legt den Fokus auf diese Frage und trägt bei zwei zentralen Aspekten der Forschung in der „Disaster Risk Reduction“ bei:

  • Verstehen der Kopplung von sozialen und natürlichen Systemen und der Rolle der Koppelung bei der Verhinderung, dass eine Naturgefahr eine Katastrophe wird.
  • Verbessern des Verständnisses von der zeitlichen Entwicklung von Risiko und Resilienz.

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Flugansicht auf die Alpen

Finanzierung: Die Mobiliar

Dauer: seit 2014

Mitarbeitende: Keiler Margreth, Röthlisberger Veronika

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Abgeschlossene Projekte

Das Projekt „Monitoring der Hochwasserrisiken in der Schweiz“ ist ein praxisnahes Forschungsprojekt zwischen dem Mobiliar Lab für Naturrisken der Universität Bern und dem Bundesamt für Umwelt, Abteilung Gefahrenprävention. Beide Institutionen beteiligen sich an der Finanzierung des Projekts.

Die laufende Vorstudie soll einen Überblick über den „state of the art“ bezüglich dem Monitoring von Hochwasserrisiken geben, sowohl im wissenschaftlichen Bereich, wie auch in der politischen Praxis. Zentrale Aspekte der Untersuchung sind das vorhandene Wissen, Instrumente und angewendete Methoden. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Vorstudie sollen dazu dienen, Fragestellung, Zielsetzung und Methoden des Hauptprojekts zu präzisieren.

Logo des Projekts Mountain Risks

From Prediction to Management and Governance

(2007-2010)

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Logo des Projekts MOVE

Methods for the Improvement of Vulnerability Assessment in Europe

(2008-2010)

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Praxiskoffer Risikoedialog Naturgefahren