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Ein Geographisches Institut kann nicht breitbandig alle benötigten Labordienste anbieten. Einige Analysen wie etwa Röntgenstrukturanalysen werden deshalb auswärts vergeben. Hingegen muss man die korrekte Probenahme im Feld und die anschliessende Probenvorbereitung nie selber durchführen. Der Ausbildung der Studierenden in diesem praktischen Teil einer Arbeit kommt deshalb besondere Bedeutung zu. Proben aus abgelegenen Gebieten können sich während eines langen Transportes zum Heimlabor verändern. Deshalb ist es von Vorteil, wenn unstabile Parameter vor Ort analysiert werden können, etwa Ammonium, Nitrit, Phosphat und die Wasserhärte. Solche Feldanalysen ermöglichen zudem auch eine erste Interpretation, so dass die Auswahl der Proben und die Transportrisiken besser beurteilt werden können. Übrigens: Das Hauptproblem bei einem Feldlabor liegt heutzutage beim Transport von Reagentien mit dem Flugzeug. Unsere charmanten Geographinnen und Geographen haben aber diese Hürde bisher immer gemeistert.
Das Institut verfügt unter anderem über folgende Ausrüstung:
· Automatische Probenehmer für Wasser- und Sedimentproben
Die Probenehmer mit 24 oder 42 Probeflaschen sind eine Eigenentwicklung des Institutes. Diese Geräte
werden mit einem Akku betrieben. Ein netzunabhängiger Betrieb ist speziell im Gebirge unbedingt nötig. Die
Probenahmeintervalle können mit einer Zeitschaltuhr oder ereignisabhängig gesteuert werden. Letzteres ist
für die Bestimmung von Stoffbilanzen wichtig, weil etwa die Sediment- und die Phosphorfracht eines Flusses
vom Abfluss abhängen.
· Wasserschöpfer nach Ruttner
Das Kleingerät passt auch ins Fluggepäck. Für das weltweit tätige Institut ist das von nicht unerheblicher
Bedeutung. Mit dem Schöpfer werden aus der Tiefe von Seen Proben entnommen. Das Gerät hat sich zum
Beispiel bei Untersuchungen im Lake Sarez im Pamirgebirge bewährt.
Für die Beprobung von weniger tiefen Seen und für die Entnahme von Sedimentbohrkernen stehen ebenfalls
verschiedene Geräte zur Verfügung.
· Tiefkühler bis minus 70ºC für die Lagerung von kalkarmen Wasserproben
Allgemein wird empfohlen, Wasserproben möglichst schnell nach der Probenahme zu analysieren. Dies ist
bei grossen Probenmengen manchmal nur eingeschränkt möglich. Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass
kalkarme Proben wie etwa Niederschlagswässer bei minus 70ºC über Wochen ohne Veränderung gelagert
werden können. Kritischer ist das Tiefkühlen von stark mineralisierten Proben wie etwa Abwässern. Hier ist
mit Minderbefunden zu rechnen. Die Konservierung mit chemischen Zusätzen, darunter auch mit
Kohlensäure, ist ebenfalls eine unsichere Sache, ausgenommen die Konservierung mit Salpetersäure für die
Metallanalyse.
Bei Beprobungen vom Seegrund werden die Wasserproben auf reduziertes Eisen II untersucht. Dieses Eisen
ist extrem empfindlich auf Oxidation zu Eisen III, schon Minuten nach der Probenahme ist mit
Minderbefunden zur rechnen. Wir versetzen deshalb die Probe in einem 30 ml Glasfläschchen sofort mit
einem Eisen II Reagens der Firma HACH. Die sich bildende Färbung wird mit einem Forometer gemessen.
Bemerkenswert ist, dass die Farbe bei Lagerung im Kühlschrank sehr lange stabil bleibt (bei einer Testprobe
über zwei Jahre).
· Kombinierte Bohr- und Rammmaschine AGBO G50
Die AGBO G50 dient dem Gewinnen von Bodenproben aus grösseren Tiefen und zum Setzen von
Piezometerrohren für die Erschliessung von Grundwasser. Aber der Umgang mit einer schweren
Baumaschine ist für Studierende ungewohnt. So müssen etwa die Rohrgewinde mit Harz heiss
zusammengeklebt werden. Bei Wind wird aber die Brennerflamme dauernd ausgeblasen, einmal mussten
wir sogar ein Zelt um den Bohrturm bauen. Bei den heute verlangten kurzen Studienzeiten liegen solche
zeitraubenden Abenteuer nicht mehr drin und unser Bohrgerät ist derzeit eingemottet. Für die Gewinnung von
Bodenproben bis in wenige Meter Tiefe genügt unser Wacker Bohrhammer. Auch das Einschlagen eines
Kernrohres von Hand ist möglich, allerdings braucht es oft ein Ziehgerät wie beim Bohrhammer. Manuelles
Ziehen ist nicht für jedermanns Rücken. Übrigens hat einmal eine Studentin ihre männlichen Kollegen
bezüglich Kraftentfaltung beim Ziehen in den Schatten gestellt.