| Kontakt | Lageplan | Drucken 

Geographisches Institut

Titelbild

Hydrochemie

Mehr zum Hydrochemielabor (pdf, 251KB)

Die Anforderungen an die Hydrochemie sind an einem Geographischen Institut nicht immer dieselben wie etwa an einem spezialisierten Institut. Zum Beispiel werden bei uns keine Wasserbelastungen mit Pflanzenbehandlungsmitteln oder mit hormonaktiven Stoffen untersucht. Hingegen dienen die Wasserinhaltsstoffe als Tracer, welche über die Herkunft des Wassers Auskunft geben. Oder Ionen wie Ammonium, Nitrit, Phosphat sowie E. coli als Indikatorkeim werden im Rahmen von Screening-Projekten für eine grossflächige Grobbeurteilung von Wasserfassungen in Entwicklungsländern gebraucht. Hier spielt natürlich das Feldlabor eine zentrale Rolle. Damit können wichtige Entscheide direkt vor Ort getroffen werden.

Eine Bemerkung zum Feldlabor:
Ein Feldlabor ist heute keine primitive Hobby Ausrüstung mehr. Auch im Feld stehen Spektralfotometer, Titriereinrichtungen und ionensensitive Elektroden zur Verfügung. Manchmal ist sogar noch etwas mehr Erfahrung nötig als bei normalen Laboranalysen, weil die zu bestimmenden Parameter sorgfältig ausgewählt werden müssen. Auch die Auswahl der Proben für spätere, umfangreichere Analysen stützt sich auf die Vorarbeit mit dem Feldlabor. Merksatz für Arbeiten im Ausland: Was man im Feld vergisst, kann man nicht nachholen.
nach oben

Nachstehend eine Übersicht über die Anwendungs- gebiete der Hydrochemie an unserem Institut

  1. Charakterisieren des Wassers: Grobe Ansprache (Süsswasser, Salzwasser, Abwasser, Grundwasser, Oberflächenwasser usw.). Vergleiche mit Typwässern, besondere Merkmale, Vergleich mit dem umgebenden Raum
  2. Die Wasserbeschaffenheit als natürlicher Tracer: Gliedern, Differenzieren: Hinweise auf verschiedene Herkunft bzw. Einzugsgebiete, zivilisatorische Einflüsse im Einzugsgebiet. Bei Grundwasser zusätzlich Hinweise auf Art der durchflossenen Speicher sowie Speichermechanismen. Trennen der verschiedenen Abflusskomponenten bei Abflussereignissen
  3. Qualität: Summarische Uebersicht über den Zustand von Grund- oder Oberflächenwässern sowie Hinweise auf zivilisatorische Einflüsse mittels Verschmutzungsindikatoren. Derzeit speziell in Entwicklungsländern
  4. Einzelfragen: Wasserbeschaffenheit als ergänzende Information. Beispiel: Elektrolytische Leitfähigkeit und pH- Wert des Wassers als Begleitparameter bei Tracerversuchen
  5. Raumstudien: Auswirkungen von Nutzungsänderungen im Raum auf die Wasserbeschaffenheit (Beispiele: Umweltverträglichkeitsprüfungen, Landschaftsplanung)
  6. Vorbereitung der Studierenden auf die berufliche Praxis, etwa in der Verwaltung oder in einem Planungsbüro: Prüfen von Projekten, in denen auch hydrochemische Fragen auftreten
    nach oben

Ausbildungsziele am Geographischen Institut
In der beschränkten Anzahl Vorlesungsstunden ist es nicht möglich, die Studierenden zu Spezialisten auszubilden. Pragmatisches Ziel ist deshalb:

  • In einem Projekt oder Auftrag die richtigen Fragen stellen zu können,
  • die richtigen Arbeiten zu veranlassen oder zu vergeben, und
  • einen Dialog mit Spezialisten führen zu können
    nach oben

Die wichtigsten Einrichtungen in unserem Hydrochemielabor

  • Ionenchromatograph Dionex DX 120 für Anionen und Kationen. Kationen mit nachgerüstetem Gradientensystem zur besseren Peak-Trennung. Derzeit ist der DX 120 ist für die Bestimmung von 15 Ionen eingerichtet. Kalibriert wird mit mindestens 7 Standardlösungen, jeweils zu Beginn und am Ende einer Probenserie.
  • Standardgeräte: Mehrere Spektralfotometer, Titrationseinrichtungen, pH-Meter, Sauerstoffmessgerät und Geräte für die Messung der elektrolytischen Leitfähigkeit. Zentrifugen. Ultraschall-Dispergiergeräte. Trockenöfen. Ein Teil der Geräte ist feldtauglich.
  • Mikrobiologie: Feldausrüstung mit kleinem Inkubator und Filtriereinheit.
    nach oben

Beprobung von Seen

  • Multiparametersonde Hydrolab MS 5 mit Kabel bis 200 m Tiefe (Firma OTT). Datenspeicherung in vorgewählten Zeitintervallen oder nach Online-Beurteilung auf einem Mini-PC.
  • Gerät für Leitfähigkeit und Temperatur mit Kabel bis 60 m Tiefe (Firma WTW)
  • Schöpfflasche(n) System RUTTNER
  • Beprobungssystem mit Pumpe
    nach oben
Universität Bern | Geographisches Institut | Hallerstrasse 12 | CH-3012 Bern | Tel +41 31 631 88 75 | Fax +41 31 631 85 11
© Universität Bern 12.08.2010 | Impressum
         

Kontakt

Dr. Hans Rudolf Wernli
Geographisches Institut
Hallerstrasse 12
CH-3012 Bern

Telefon:
+41 31 631 88 56